Orchesterdirigentinnen und -dirigenten

© Marie Liebig

Nicolò Foron

Assistenzdirigent des Ensemble Intercontemporain, Paris

Nicolò Umberto Foron ist Assistenzdirigent des Ensemble Intercontemporain, Paris und Gewinner des 1. Preises des Internationalen Dirigierwettbewerbs „Jeunesse Musicales“ Bukarest 2021. 2022 wurde er für das Mentoring-Programm von Peter Eötvös ausgewählt und außerdem ist er 2022 Tanglewood Festival Conducting Fellow gewesen. Er ist Teil des Deutschen Forum Dirigieren.

Der junge deutsch-italienische Dirigent, Pianist und Komponist wird für seine vielseitigen Konzertprogramme und effizienten Proben gelobt. In den Jahren seiner künstlerischen Entwicklung hat er umfangreiche Erfahrungen mit einem breiten symphonischen, opernhaften und zeitgenössischen Repertoire gesammelt. Er wurde 1998 in Genua, Italien, in eine Musikerfamilie geboren. Sein erstes Instrument war Klavier; mit 9 Jahren wurde er Schüler von Karl-Heinz Kämmerling an der Universität Hannover und mit 14 Jahren Schüler von Anatol Ugorski. Er tritt oft als Konzertpianist mit seiner jüngeren Schwester, der Geigerin Mira Foron, auf. Außerdem studierte er Komposition.

Neben dem Klavierspiel wurde er schon früh in seiner Entwicklung als Dirigent betreut und gefördert. Ab seinem 10. Lebensjahr wurde er Schüler von Jorma Panula, und mit 15 Jahren konnte er u.a. Lorin Maazel assistieren; in der Folge wurde er auch von Bernhard Haitink zu seinem Meisterkurs beim Lucerne Festival eingeladen. Im Alter von 16 Jahren begann Nicolò sein Dirigierstudium am Conservatorium van Amsterdam, gefolgt von einem Masterstudium am Royal College of Music und Konzertexamen an der Royal Academy of Music in London.

Er hat mit verschiedenen Orchestern zusammengearbeitet, darunter diese und letze Saison u.a. das Tanglewood Festival Orchestra, Staatskapelle Weimar, Opera National de Montpellier, Ensemble Intecontemporain, Sofia Philarmonic Orchestra, Noord Netherlands orchestra, Symfonieorkest Vlaanderen, Musikalischen Komödie Leipzig, NDR Elbphilharmonie Orchester, Ars Nova Ensemble, Filarmonica Moldova Iasi, Danubia Orchestra, Romanian National Youth Orchestra, Lohja Symphony Orchestra, Sinfonia Rotterdam und das London Symphony Orchestra.
Neben symphonischen Dirigaten hat er schon früh auch seine Opernkenntnis ausgebaut, er hatte z.B. die Möglichkeit Riccardo Muti beim Ravenna-Festival zu assistieren, was in einer Aufführung von Le nozze di Figaro gipfelte. Durch das Deutsche Forum Dirigieren dirigierte er Teile von konzertanten Aufführungen von Haensel und Gretel und der Operette Jettchen Gebert von Walter Kollo. Letzten Monat probte und assistiere Nicolò Olga Neuwirth’s „The Outcast“ in der Philharmonie de Paris.
Nicolò hat bereits seine erste CD aufgenommen, die im Jahr 2021 Teil seines Debüts mit dem Nord-Niederlande-Orchester war, wo er u.a. die Weltpremiere des Cellokonzerts von Jan Peter de Graaff im Tivoli Vredenburg-Utrecht dirigierte. Die CD dieses Konzerts wurde für den deutschen Schallplattenpreis 01/2022 nominiert. Außerdem hat er bereits in dem Abbey Roads Studio, London eine Aufnahme von Beethovens 7. Symphony gemacht. Vor kurzem dirigierte er außerdem das Sofia Philarmonic Orchestra und Sabine Meyer, was live-gestreamt wurde.

Ende dieser Saison wird Nicolò Konzerte mit der Mendelssohn Academy des Gewandhausorchester und Wiedereinladungen an das Ensemble Intercontemporain geben. In den nächsten Jahren wird er u.a. mit dem Buffalo Symphony Orchestra in den USA und der Pannon Philharmonie in Ungarn debütieren.

Nicolò wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Het Kersjes Fonds für den National Master of Orchestral Conducting, der Miele-Stiftung, dem Reintamm Award, dem Anglo-German Club, dem Elie Dangoor Award, einem Royal Academy of Music Bicentenary Scholarship und einem DAAD-Stipendium. Nicolò wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Neustart Kultur gefördert. Über die Deutsche Stiftung Musikleben wird er durch das Deutsche Forum Dirigieren und die Zeit-Stiftung Gerd und Ebelin Bucerius unterstützt.